Neuerscheinungen seit 2013 für 1- bis 8-Jährige + 50 Bilderbuchtipps von 2003 - 2013
27. April 2014
Neuerscheinungen: Vorsicht, Krokodil
Hier kommt eine Vorleseempfehlung für alle Väter, die statt eines "Langweilpapas", der am Computer sitzt und mit dem Handy telefoniert, lieber "bester Papa der Welt" sein wollen. Dieses Mal hat sich die schwedische Ausnahme-Zeichnerin Eva Eriksson (siehe auch Mein Herz hüpft und lacht) mit der jungen Autorin Lisa Moroni zusammengetan für ein Bilderbuch über die wunderbare kindliche Imagination.
Tora und ihr Papa wollen im Urlaub in den Wald fahren und dort "zwischen wilden Tieren" zelten. Doch bis es soweit ist, muss ihr Papa erst einmal ein paar langweilige Dinge erledigen am Computer, Handy und im Supermarkt: "Langweilpapa". Doch nach einer "superlangen" Autofahrt geht die Wanderung endlich los, auch wenn Tora zu Beginn keine Tiere finden kann. Plötzlich entdeckt sie eine Schlange, eine Herde Giraffen, einen Löwen, einen Hügel voller Flusspferde, Trolle und Elfen, doch Papa hat dafür gerade keine Augen. Doch kurz vor ihrem Ziel wird er noch von einem Krokodil angegriffen und Tora muss ihn retten. Endlich können sie sich an ihrem Zeltplatz bei Würstchen stärken und in Ruhe gemeinsam dem Seeungeheuer (das nur Fischstäbchen mag) zuschauen. Nun ist es Zeit zum Schlafengehen: "Und Gute Nacht, bester Papa der Welt."
Ein Buch zum Wildetierebesiegen.
Vorsicht, Krokodil
von Lisa Moroni (Text) und Eva Eriksson (Bild)
aus dem Schwedischen von Ole Könnecke: Se upp för krokodilen!
2014, Moritz Verlag, Frankfurt, www.moritzverlag.de
ab 4 Jahren
Neuerscheinungen: Herr Schnuffels
David Wiesner, der begnadetete US-amerikanische Illustrator, hat ein neues wunderbares Bilderbuch herausgebracht, das beinahe ohne Text auskommt - sieht man einmal von der Sprache der Außerirdischen ab! Große und kleine "Leser" werden viel Spaß beim Entziffern dieser Bildergeschichte haben und können danach ihr eigene Geheimsprache entwickeln.
Herr Schnuffels, der Hauskater, langweilt sich mit seinem Spielzeug, bis er plötzlich bemerkt, dass Leben in seinem silbernen Raumschiff steckt. Die dort lebenden Aliens müssen nun um ihr Leben bangen. Doch mit Hilfe eines Marienkäfers, der Herrn Schnuffels ablenken kann und Proviant besorgt, sowie einiger Hausameisen, die beim Besorgen eines Ersatzteils für das kaputte Raumschiff helfen, können die grünen Männchen in letzter Sekunde entkommen. Nun muss sich der Kater wieder langweilen bis zum nächsten aufregenden Abenteuer.
Ein Buch zum Entziffern.
Herr Schnuffels
von David Wiesner
aus dem Englischen von Paula Hagemeier: Mr. Wuffles!
2014, Aladin Verlag, Hamburg, www.aladin-verlag.de
ab 5 Jahren
22. April 2014
Neuerscheinungen: Alle in einem Bett
Zum Abschluss der heutigen Bettgeschichten gibt es etwas Witziges für die Kleinen. Dieses Mal sind es die Kuscheltiere, die nicht einschlafen können - verkehrte Welt! Daher kriechen sie nach und nach zu der schlafenden Polli ins warme Bett. Den Anfang macht Hubert, der Bär, der vorsichtig an ihrer Bettdecke zupft. Eigentlich möchte das Mädchen keinen Platz machen und hat sich dazu auch ein Liedchen ausgedacht:
"Alle in einem Bett
und das Bett ist so klein,
alle in einem Bett,
passt du da noch rein? Nein!"
Doch auch die Tiere sind nicht dumm und haben sich die passende Antwort einfallen lassen:
"Doch, ich mach mich klein,
dann klappt der Rest von allein!"
So darf Hubert doch hinein. Auf den Bären folgt die Gans, die Angst vor den Piraten im Kinderbuch hat, dann kommt der Frosch, der wegen des tropfenden Wasserhahns nicht schlafen kann und schließlich der Elefant, der wegen der lärmenden Hamster noch wach ist. Zu fünft schlummern sie gemütlich ein, bis die frechen Hamster einfach dazuklettern und mit einem lauten "Krach!"das Bett zusammenbricht: "Alle wieder wach!"
Ein Buch zum Zusammenkuscheln.
Alle in einem Bett
von Erwin Grosche (Text) und Dagmar Henze (Bild)
2014, Coppenrath Verlag, Münster, www.coppenrath.de
ab 2 Jahren
Neuerscheinungen: Schlaf wie ein Tiger
Ein weiteres Buch, das sich mit dem Schlafengehen (bzw. Nichtschlafengehenwollen) beschäftigt, ist soeben auf Deutsch erschienen. Pamela Zagarenski hat die herrlichen farbenfrohen und teils surrealen Bilder geschaffen, die wunderbar zu den ruhigen und poetischen Textpassagen von Mary Logue passen.
"Es war einmal ein Mädchen, das wollte einfach nicht schlafengehen, obwohl es draußen längst dunkel war." Diese Situation kennen wir alle und auch die Eltern dieser kleinen Prinzessin versuchen es erst einmal mit dem gewohnten Programm: Schlafanzug anziehen, Zähneputzen und Hinlegen. "Geht eigentlich alles auf der Welt einmal schlafen?", fragte sie dann eingekuschelt unter ihrer Decke. König und Königin verweisen auf den schlafenden Hund und die Katze, doch das schlaue Mädchen hat gleich einige Fragen parat: Was ist mit den Fledermäusen (die selbstverständlich tagsüber schlafen) oder mit den Walen (die beim Schwimmen schlafen), mit den Schnecken (die sich in ihren Häuschen zusammenrollen) oder mit den Bären (die einen Winterschlaf halten)? Da fällt ihm auch ein Tier ein, das sehr viel schläft: "Der Tiger im Dschungel", damit er stark bleibt. Trotzdem kann das Kind nicht einschlafen und so beginnt es langsam in die Welt der Träume einzutauchen. Es fühlt sich wie in einem Nest, kuschelt sich in seine warme Decke (wie die Katze am Kamin), verschränkt die Arme (wie die Fledermaus) und zieht große Kreise durch die Stadt (wie der Wal) , rollt sich ein (wie die Schnecke) und mummelt sich ein (wie ein Bär im Winterschlaf), um schließlich an den starken Tiger geschmiegt einzuschlafen.
Ein Buch zum Einschlafen.
Schlaf wie ein Tiger
von Mary Logue (Text) und Pamela Zagarenski (Bild)
aus dem Englischen von Gundula Müller-Wallraff: Sleep Like a Tiger
2014, Knesebeck Verlag, München, www.knesebeck-verlag.de
ab 4 Jahren
Herbst 2013: In der Nacht ...
Ein wunderbares Gute-Nacht-Buch aus dem Herbst 2013 möchte ich an dieser Stelle noch nachreichen. Nicht nur Kinder müssen in der Nacht schlafen sondern auch Tiere. In einer Hälfe dieses kleinen aber feinen Bilderbuchs mit traumhaften (im wahrsten Sinne des Wortes) Illustrationen und kurzen (nebensächlichen) Texten von Helga Bansch erfahren wir, wo welches Tier seinen Schlafplatz hat. Drehen wir das Buch dann um und fangen erneut an zu lesen, ist plötzlich alles durcheinander geraten. Ganz nebenbei werden die verschiedenen Mondphasen bis zum Vollmond und wieder zurück gezeigt. Einfach wunderbar!
"In der Nacht legt sich der Elefant ins hohe Gras", welches mit roten Tulpen bestückt ist und in dessen Hintergrund eine Mondsichel über einem orientalischen Schloss thront. Weiter geht es zum Vogel in seinem Nest, zur Katze hinter dem Ofen, zur Fledermaus an der Höhlendecke, zum Hasen in seinem Bau, zum Leopard auf einem Ast, zum Hund in seiner Hütte und zum Eisbären in seiner Schneehöhle. Zum Abschluss schläft auch das Kind (namens Manu) in seinem Bett. Doch dann (nach dem Umdrehen des Buches) geschieht das Seltsame - die Perspektiven und Proportionen haben sich verändert: Plötzlich schläft der Elefant im viel zu kleinen Vogelnest und dafür hat sich der Vogel ins hohe Gras unter die riesigen Tulpen gelegt. Der Hase hängt kopfüber mit seinen Karotten an einer Leine in der Höhle und dafür kuschelt sich die Fledermaus mit dem Spielzeug an den warmen Ofen. Ganz ähnlich geht es den anderen Tieren, so dass Manu nun auf einer Wolke schlafen darf, wo sie von Schoko- und Himbeereis träumt.
Ein Buch zum Phantasieträumen.
In der Nacht ...
von Helga Bansch
2013, Wiener Dom-Verlag (mittlerweile Tyrolia-Verlag), www.domverlag.at
ab 2 Jahren
Neuerscheinungen: Tierisch zahlreich
In der Bilderbücherei des Aladin Verlags (siehe auch Häschen in der Grube) ist soeben eine weitere Frühjahrs-Novität von Nadia Budde (siehe auch Auf keinen Fall will ich ins All!) erschienen. Von 0 bis 10 stellt sie außergewöhnliche Tiere vor, die allesamt eine Zahl in ihrem Namen (bzw. auf ihrem Körper) tragen und diverse Sportarten treiben. Wieder einmal beweist sie ihr außerordentliches Talent, skurillen Tieren ganz eigene Gefühle und Stimmungen einzuhauchen. Die passenden Reime eignen sich in diesem Buch wegen ihrer Komplexität allerdings nicht so gut wie bei den Vorgänger-Büchern zum Vervollständigen durch die Zuhörer.
Während die "Nullacht-Fünfzehn-Qualle" vom Wasser in den Sand treibt und dort verschwindet, trainiert dort auch der einsame "Einsiedler-Krebs" an seinen Gewichten und zwei "Zweihöckerige-Kamele" boxen in einem Ring. Danach geht es auf einen Baustumpf, wo drei "Drei-Finger-Faultiere" beim Skatspielen fast einschlafen. Viel aktiver erscheinen die vier "Vierpunktaaskäfer", die Tennis spiele oder die fünf "Fünfköpfigen Drachen", die beim Basketball gleichzeitig dribbeln und auf den Korb werfen können. Ganz elegant fahren die sechs "Sechs-Streifen-Langschwanz-Eidechsen" eine Formation mit ihren Einrädern und auch die sieben "Siebenschläfer" formen einen Kreis für ihre Spielbesprechung beim Rugby. Nun werden die Zahlenbilder immer voller: Acht "Achtarmige Kraken" fahren auf einem (achtförmigen) Rundkurs ein rasantes Autorennen und neun "Neunaugen" versuchen sich beim Baseballspiel (das neun Runden hat). Die zehn "Zehnender" (ein Jäger-Fachbegriff für Hirsche) mit Trikots von 1 bis 10 spielen Fußball gegen einen Jäger. Doch zu guter Letzt beenden unendlich viele Heuschrecken ihren Marathonlauf im Ziel: "Lieber ein Ende mit Schrecken ... als Schrecken ohne Ende!
Ein Buch zum Aktivsein.
Tierisch zahlreich
von Nadia Budde
2014, Aladin Verlag, Hamburg, www.aladin-verlag.de
ab 4 Jahren
18. April 2014
Neuerscheinungen: Die Häschenschule - Der große Sammelband
Mit dieser Jubiläumsausgabe zum 90. Geburtstag der Häschenschule von Albert Sixtus und Fritz Koch-Gotha wünsche ich allen Bilderbücherwürmern "Frohe Ostern"! Erstmals sind hier alle drei Häschengeschichten aus dem Alfred Hahn´s Verlag in einem Sammelband vereint.
Als Einleitung in die Welt der Osterhasen, die unserer Menschenwelt in so vielem ähnelt, gibt es zuerst den Klassiker: "Die Häschenschule". Hasenhans und Hasengretchen gehen an einem Frühlingstag zur Schule, wo sie beten, allerlei über essbare Pflanzen und den bösen Fuchs erfahren und Ostereier bunt anmalen.
"Wer´s nicht kann, der darf auf Erden
nie ein Osterhase werden."
Nach der Pause gibt es noch eine Musikstunde, der Schulgarten wird gepflegt und zuletzt lernen die Häschen in der Turnstunde noch das Hakenschlagen. Das können sie auf dem Heimweg auch gleich anwenden, denn der böse Fuchs versucht sie anzulocken. Doch wohlbehalten kommen Hans und Gretchen nach Hause und stärken am Mittagstisch mit ihren Eltern.
Als nächstes folgt "Der Häschen-Schulausflug" für die Richard Heinrich die eingängigen Verse von Albert Sixtus bebildert hat. Als Start in die Ferien gibt es am Sonntag einen Schulausflug für alle Häschen und ihre Eltern zu einer Aussichtshöhe. Nach dem Trinken und Essen beim Dachswirt gibt es bekannte Kinderspiele: Topfschlagen, Sackhüpfen und Bockspringen. Mit einem Laternenumzug geht es am Abend wieder nach Hause und im Traum wird weitergewandert.
"Niemals kriegt man doch genug
von solch schönem Schulausflug!"
Zum Abschluss gibt es noch "Ein Tag in der Häschenschule" mit Reimen und Illustrationen von Anne und Rudolf Mühlhaus. Von 7 Uhr morgens bis 9 Uhr abends wird der Tagesablauf von Fritz dem Hasen beschrieben und mit einer Uhr und einer bunten Zeichnungen pro Stunde bebildert. Der Tag beginnt mit dem Morgenlied eines Buchfinken "Tirili, Kiewitt, Kiewiet", zeigt Fritz in den verschiedenen Schulstunden und bei seinen Nachmittagsbeschäftigungen. Nach dem gemeinsamen Abendessen und dem Abendgebet schläft das Hasenkind schließlich ein.
Ein Buch zum gemeinsamen Ostervorlesen.
Die Häschenschule - Der große Sammelbuch
von Albert Sixtus (Text) und Fritz Koch-Gotha (Bild), sowie Richard Heinrich (Text) und Anne und Rudolf Mühlhaus (Text und Bild)
2014, Esslinger Verlag, Stuttgart, www.esslinger-verlag.de
ab 3 Jahren
11. April 2014
Neuerscheinungen: Wer kann das sein?
Der junge japanische Künstler Yusuke Yonezu hat seine Reihe von Pappbilderbüchern fortgesetzt mit einer neuen Variante der Klapp-Ratebücher. Dieses Mal dreht sich alles um bekannte Tiere (Maus, Hase, Ente, Affe, Schwein, Fuchs, Elefant), die sich zuerst nur von hinten zeigen. Nach dem Aufklappen zeigen sie sich dann in voller Größe von vorne und winken dem Betrachter lächelnd zu. Mit kurzen einführenden Texten, die jeweils mit der Frage aus dem Buchtitel beginnen: "Wer kann das sein?", werden die verschiedenen Charakteristika (z.B. Schwanzform oder Ohrengröße) hervorgehoben, bevor das Rätsel gelöst wird. Zum Abschluss zeigt sich ein runder Windelpopo: "Und wer ruft hier mit freundlicher Stimme?", der sich dann als Spielkamerad rausstellt. Ein großer Spaß für die Ganzkleinen, die gerade ihre ersten Tierlaute und Tiernamen lernen!
Ein Buch zum GuckGuckSpielen.
Wer kann das sein?
von Yusuke Yonezu
2014, michael neugebauer edition, Bargteheide, www.minedition.com
ab 1 Jahr
8. April 2014
Neuerscheinungen/Klassiker: Lotta zieht um
Der Verlag Friedrich Oetinger hat nun den Astrid-Lindgren-Klassiker "Lotta zieht um" (1962) erstmals als Bilderbuch mit den Original-Zeichnungen von Ilon Wikland (1971) herausgebracht. Heutzutage sind die Lindgren-Figuren bereits bestens bekannt aus dem Fernsehen oder von Merchandising-Produkten, doch die Kinderbücher sind meist noch zu wenig bebildert für die Aufnahmekapazitäten der Kinder im Bilderbuchalter. Daher gibt es bereits einige Bilderbuch-Versionen oder Vorlesebücher (siehe auch Weihnachten mit Astrid Lindgren) von Michel aus Lönneberga, Pippi Langstrumpf und auch Lotta aus der Krachmacherstraße, doch diese Geschichte über ihren Umzug in eine eigene Wohnung fehlte bisher.
Wer kennt den morgendlich Streit nicht über die Anziehsachen für das Kind?! Für die eigensinnige Lotta wird die Konfrontation mit ihrer Mutter zu einem handfesten Grund, sich von ihrer Familie unabhängig zu machen und auszuziehen. Glücklicherweise hat die Nachbarin Tante Berg einen Boden über dem Schuppen, in dem sich Lotta nun einrichtet. Dort findet sie allerlei alte Möbel, Geschirr und auch eine Puppe, so dass ihr Teddy (eigentlich ein Schwein) sogar das Puppenbett räumen muss. Am Abend wird es ihr doch zu einsam in der Dunkelheit, so dass sie sich sehr darüber freut, als sie von ihrem Papa zurück nach Hause geholt wird. Dort versöhnt sie sich mit ihrer Mutter und gewinnt schnell wieder ihren liebenswerten Dickkopf.
Ein Buch zum Trennen und Versöhnen.
Lotta zieht um
von Astrid Lindgren (Text) und Ilon Wikland (Bild)
aus dem Schwedischen von Thyra Dohrenburg: Lotta pa Brakmakargatan
2014, Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg, www.oetinger.de
ab 4 Jahren
Neuerscheinungen: Manche sind anders ...
Die deutsche Illustratorin Britta Teckentrup hat im Kunstbuch-Verlag Prestel ein wunderschönes "Such-Buch" für Kinder auf den Markt gebracht. Ihre bunten Tier-Collagen, die pro Tier eine Doppelseite füllen, hat sie mit Hilfe der digitalen Medien aus gedruckten Strukturen zusammengesetzt. Sie könnten auch gut ein ganzes Kinderzimmer schmücken - für jeden Geschmack ist etwas dabei: Vögel, Fledermäuse, Kamele, Seehunde, Schildkröten, Strauße, Pandas, Affen, Nashörner, Flamingos, Fische, Lemuren, Pinguine, Schmetterlinge). In diesem Buch geht es jedoch nicht nur um schönes Grafikdesign sondern darum, den jeweiligen "Außenseiter" (englischer Originaltitel: The Odd One Out) zu entdecken. Zu jedem Tier gibt es auch einen kurzen gereimten Text, der die Suche genauer definiert. Bei den Schildkröten (auch auf dem Cover) lautet die Anweisung wie folgt:
"Fast alle lächeln,
nur eine hat sich erschreckt.
Welche hat sich vor Angst
im Panzer versteckt."
So lernen die Kinder nebenbei einige spezielle Eigenschaften oder Eigenarten kennen, z.B. dass aus einer Raupe ein Schmetterling wird. Zum Abschluss vereinen sich alle bereits vorgestellten Tiere mit einem "Neuankömmling". Das ist dann der Check, ob alle gut aufgepasst haben:
"Hier versammelt siehst du Tiere,
wirst sie sicher gleich erkennen.
Eins ist noch nicht dagewesen.
Kannst du es beim Namen nennen?"
Ein Buch zum Suchen und Finden.
Manche sind anders
von Brita Teckentrup (Bild)
aus dem Englischen von Birgit Franz: The Odd One Out
2014, Prestel Verlag, München, www.prestel.de
ab 3 Jahren
Neuerscheinungen: Das Mond-Ei
Der Übersetzer Salah Naoura (siehe auch Irgendwie Anders und Mein Haus ist zu eng und zu klein) hat ein Oster-Buch geschrieben, welches von Nina Hammerle farbenfroh illustriert wurde. Es macht einfach Spaß und fördert das kindliche Interesse am Weltraum und am Osterfest auf eine ganz eigene Art und Weise.
"Henriette glaubt nicht an den Osterhasen. Aber sie glaubt an außerirdische Weltraumhasen und an Raumschiffe."
Die Häsin Henriette liebt ihren Opa Erwin, der früher Astronaut war und eine Sternwarte hat. Dort guckt Henriette abends gerne nach den Sternen und sucht nach dem Planet der Hasen. Da sie nicht an den Osterhasen glaubt, erzählt ihr eines Tages die Lehrerin Frau Wander (eine Ratte), dass der Osterhase dann ganz traurig werde und sich hinter dem Mond verstecke. Doch das bezweifelt wiederum ihr Opa. Beim Nachschauen durch das große Fernrohr entdeckt Henriette plötzlich ein bunt gestreiftes Osterei im Weltraum und fliegt am nächsten Tag mit Opas roter Rakete ins All, um es zu fotografieren. Dort angekommen sieht sie nicht nur ganz viele bunte Eier sondern auch noch ein Raumschiff mit Weltraumhasen, genau wie in ihren Träumen. Diese formen Eier aus den Sternenkugeln und bespritzen sie anschließend mit vielen bunten Farben. Vor lauter Aufregung vergisst Henriettte jedoch das Fotografieren, so dass sie nach ihrer Rückkehr nichts beweisen kann. Dafür erscheint am Abendhimmel plötzlich anstelle des Monds ein bunt gestreiftes Mond-Ei und am nächsten Morgen findet Henriette Unmengen von Ostereiern im Gras und in den Büschen. "Ich glaub, die Weltraumhasen waren da."
Ein Buch für Opas und Enkelinnen.
Das Mond-Ei
von Salah Naoura (Text) und Nina Hammerle (Bild)
2014, ellermann im Dressler Verlag, Hamburg, www.ellermann.de
ab 4 Jahren
Neuerscheinungen: Der Bücherschnapp
"Jeder braucht eine Gutenachtgeschichte." So lautet der Untertitel von "Der Bücherschnapp" von Helen und Thomas Docherty, was ich als Motto für jede Familie nur unterstützen kann - viele Tipps und Tricks zu diesem Thema bietet die Website der Stiftung Lesen.
Das Kaninchen Elisa Braun, die Protagonisten des Buches, sieht es garnicht so wissenschatlich sondern will einfach nur den Bücherklau im Kaninchental stoppen. Denn die Waldtiere können ihren Kindern abends nichts mehr vorlesen, da ihre Bücher plötzlich wie von Geisterhand verschwinden. Auch Elisas Rotkäppchen wird ihr aus der Hand geschnappt. Daher nimmt sie eines Nachts all ihren Mut zusammen und stellt dem Dieb eine Falle. Dieser stellt sich dabei als ein kleines Tier "mit Schweif und Flügelchen und einer spitzen Nase" heraus, namens "Bücherschnapp", das niemanden zum Vorlesen hat. Das stimmt das Kaninchen so traurig, dass sie einen Plan fassen: Alle Bücher werden den Besitzern zurückgebracht und dafür darf der Bücherschnapp beim abendlichen Vorlesen zuhören.
Ein Buch zum Vorlesen.
Der Bücherschnapp
von Helen (Text) und Thomas (Bild) Docherty
aus dem Englischen von Dorothee Haentjes-Holländer: The Snatchabook
2014, ellermann im Dressler Verlag, Hamburg, www.ellermann.de
ab 4 Jahren
7. April 2014
Neuerscheinungen: Häschen in der Grube
Immer wieder bin ich erstaunt, wie manche Bücher ganz ohne Wörter auskommen und trotzdem, oder genau deswegen, unglaublich faszinierend sind, da sie den Blick noch mehr auf das Bild richten. Eines dieser Comic-Bücher "ohne Ton" ist "Häschen in der Grube" von Isabel Kreitz, welches nicht nur zu Ostern sondern das ganze Jahr über angeschaut werden kann. Es hat jedoch nichts mit dem allbekannten Kinderlied zu tun!
Die Bildergeschichte beginnt mit einem Unfall, als ein Häschen aus Versehen durch einen offenen Gullideckel in die unheimliche Unterwelt fällt. Auf der Suche nach einem Ausgang lauern dort unten diverse Gestalten, von denen man zuerst nur Schatten, leuchtende Augen, Zähne oder Schwanzspitzen sieht. Plötzlich wird es von einer Ratte von hinten angetippt, die schnell all ihre Freunde herbeiruft. Als lauter grellbunte (gefährliche?) Reptilien vor dem Tierchen auftauchen, fällt es vor lauter Schreck ins Wasser. In einer gefährlichen Rettungsaktion wird es in letzter Sekunde, zur Freude aller, von dem Krokodil gerettet. Gemeinsam begeben sie sich nun auf den Weg nach draußen, doch anstatt zur Sonne zurückzukehren, bleibt das Häschen doch lieber bei seinen neu gewonnen Freunden, um noch mehr Spaß zu haben.
Ein Buch zum Freundefinden.
Häschen in der Grube
von Isabel Kreitz
2014, Aladin Verlag, Hamburg, www.aladin-verlag.de
ab 3 Jahren
1. April 2014
Neuerscheinungen: In der Nacht ...
"In der Nacht ..." von Magali Bonniol schleicht kein Osterhase durch den Garten sondern ein kleiner weißer Plüschhase. Die Französin hat eine herzerweichende Geschichte über zwei ungleiche Freunde in unserem heimischen Tierreich zu Papier gebracht mit traumhaften Nachtbildern.
Eines Nachts beschließt Benis weißer Plüschhase "ein wildes Kaninchen" zu sein und "im Mondschein" spazieren zu gehen, anstatt im Kinderbett zu schlafen. Bewaffnet mit einem spitzen Buntstift, um dem Fuchs in den Po zu pieksen, begibt er sich in den Garten und trifft als erstes auf Glühwürmchen, die ihn in den Gemüsegarten schicken, wo die "großen, wilden" Kaninchen gerade die Karotten fressen. Diese belächeln den Plüschhasen jedoch nur und lassen ihn links liegen, als plötzlich eine Füchsin auftaucht. Glücklicherweise schmeckt ihr das Plüschfell nicht, so dass die beiden stattdessen gemeinsam spazieren gehen. Als die Sonne aufgeht, klettert der kleine Hase zurück ins Bett, doch bevor er den anderen von seinem Abenteuer berichten kann, ist er schon eingeschlafen.
Ein Buch zum Träumen.
In der Nacht ...
von Magali Bonniol
aus dem Französischen von Seraina Staub: C´est la nuit!
2014, Orell Füssli Verlag, Zürich, www.ofv.ch
ab 3 Jahren
31. März 2014
Neuerscheinungen: Überraschung!
Die niederländische Künstlerin Mies van Hout (siehe auch Heute bin ich + Freunde) hat nun ein drittes wunderschönes Buch mit leuchtenden großformatigen Ölkreide-Bildern auf schwarzem Hintergrund geschaffen. Auf jeder Doppelseite verbindet sie einen Begriff (auf der linken Seite) mit einem Vogelbild (auf der rechten Seite) und erklärt so die Entwicklung vom Kinderwunsch bis zum Flüggewerden aus Sicht der Vogelmama.
Dieses Buch vermittelt hautnah die diversen Emotionen, die eine Mutter im Lauf der ersten Lebensjahre ihrer Kinder durchläuft: "wünschen, hoffen, erwarten, staunen, aufziehen, trösten, behüten, ärgern, genießen, zuhören, ermuntern, loslassen". Es eignet sich durch die starken Bilder und klaren Begriffe nicht nur zur Aufklärung im kleinen Familienkreis sondern auch in Kitas und Schulen. Außerdem regt es, wie die ersten beiden Bände, zum Nachmalen an.
Überraschung
von Mies van Hout
aus dem Niederländischen: Verrassing
2014, Aracari Verlag, Zürich, www.aracari.ch
ab 3 Jahren
Neuerscheinungen: Was passiert da, Lieselotte? + Wer versteckt sich hier, Lieselotte?
Auf Lieselottes Bauernhof heißt es, wie im richtigen Leben, "raus aus den winterlichen Krankenlagern (siehe auch Lieselotte ist krank) und rein in den Frühling und Sommer". Alexander Steffensmeier hat zwei neue Pappbilderbücher (siehe auch Lieselotte feiert Geburtstag) herausgebracht, welche durch "Gucklöcher" und "Ausklappseiten" zum Weiterblättern animieren. So können auch schon die kleinen Zuhörer/Zuschauer die Postkuh-Lieselotte und ihre Umgebung kennenlernen. Dank vieler witziger Einfälle wird jeweils eine kurze Geschichte erzählt und nebenbei können bekannte Tiere und Gegenstände entdeckt und benannt werden.
In "Was passiert da, Lieselotte?" schaut die neugierige Kuh aus der Stalltür und erkennt durch das erste (ausgestanzte) Guckloch einen Drachen, der sich beim Umblättern der Seite jedoch nur als ein Strohballen herausstellt. Dann sieht sie im Küchenfenster eine Torte, doch das ist nur ein zusammengelegter Wäschestapel. Nun begibt sie sich in den Garten, wo die Bäuerin mit einer gepunkteten Badekappe im Plantschbecken sitzt und einige Tiere die Gartenarbeit erledigen. Zum Abschluss fährt keine Dampflok vorbei sondern der Grill wird vom Postboten angefeuert - guten Appetit!
Lieselotte und ihre Freunde spielen Verstecken in "Wer versteckt sich hier, Lieselotte?" und die Kleinen können mitraten, welches Tier sich hinter der nächste Ausklappseite verbirgt. Hin und wieder gibt es eine Überraschung und jedes gefundene Tier begibt sich anschließend mit auf die gemeinsame Suche. Hinter dem Traktor taucht der Hund auf, dessen Schnauze etwas hervorlugte. Nicht die Hühner sondern die Ziege frisst gemütlich hinter dem Hühnerstall. Als schließlich alle Tiere gefunden sind, fehlt nur noch die Bäuerin, die sich auf der Gartenliege hinter der Wäsche ein wenig ausgeruht hat.
Was passiert da, Lieselotte? + Wer versteckt sich hier, Lieselotte?
von Alexander Steffensmeier
2014, Fischer Sauerländer Verlag, Frankfurt, www.fischerverlage.de
ab 2 Jahren
Neuerscheinungen: Kennst du Pettersson und Findus?
Endlich haben auch die Kleinen bzw. die kleinen Geschwister etwas von Pettersson und Findus (siehe auch Findus zieht um). Sven Nordqvist hat sich, passend zum Kinofilmstart in Deutschland, ein Such-Bilderbuch einfallen lassen, in dem auch die kleinen Zuhörer schon die Welt des alten Pettersson und seines quirligen Katers Findus entdecken können. Eine wirkliche Einleitung, z.B. weshalb Findus auf dem Bauernhof von Pettersson lebt und sprechen kann, gibt es leider nicht, aber dafür befinden sich in den kleinen Bildern viele lustige Nebenschauplätze.
Findus hat einige Sachen auf dem Hof versteckt und Pettersson muss sie mit Hilfe seiner Hinweise finden. Im Hühnerstall liegt eine Schüssel im Nest, drei Eier finden sich dafür im Tischlerschuppen, eine Milchkanne steckt mitten im Gemüsebeet und als letztes entdeckt der alte Mann eine Pfanne auf einem Küchenstuhl. Nun ist alles parat, um Findus´ Lieblingspeise zu zubereiten: Pfannkuchen und diese anschließend im idyllischen Garten gemeinsam zu verspeisen. "Wir sind die besten Freunde", sagt Findus zum Abschluss. "Ja, du" sagt Pettersson, "das sind wir."
Ein Buch zum Suchen und Finden.
Kennst du Pettersson und Findus?
von Sven Nordqvist
aus dem Schwedischen von Kerstin Behnken: Känner du Pettson och Findus?
2014, Verlag Friedrich Oetinger, Hamburg, www.oetinger.de
ab 2 Jahren
30. März 2014
Neuerscheinungen: Da kommt der Wolf!
Dieses fantastische Bilderbuch von den innovativen französischen Bilderbuchgestaltern Ramadier & Bourgeau (siehe auch Kleiner Vogel, wo bist du?) ist eine Herausforderung für jeden Vorleser und Zuhörer, denn es muss aktiv gelesen werden, doch dann wird es keiner mehr aus der Hand legen wollen! In Zeiten von Smartphone und Tablet-PCs ist es die perfekte Übersetzung einer App zurück in die analoge Buchform. Jede aufgeblätterte Doppelseite fordert zum Handeln auf, um sich vor dem hungrigen Wolf zu retten.
Die Geschichte beginnt mit zwei Tannenbäumen und einem kleinen Wolf am Horizont, der sich unweigerlich nähert: "Da kommt der Wolf ..." Daher wird der Betrachter aufgefordert, sofort in das Geschehen einzugreifen: "Schnell! Blätter um, dann bist du ihn los!" Auf den nächsten Seiten kommt er trotzdem näher, so dass das Tier nun durch Kippen des Buches zum Rutschen gebracht werden kann und durch Schütteln und Drehen zu Fall gebracht werden soll. Doch der Wolf ist beharrlich und lässt sich nicht vertreiben, bis das Buch in letzter Not zugeklappt werden muss. "Puuh! Der Wolf ist weg! Fangen wir gleich noch mal von vorne an?"
Ein Buch zum Aktivlesen.
Da kommt der Wolf!
von Ramadier (Text) & Bourgeau (Bild)
aus dem Französischen von Markus Weber: Au secours voila le loup!
2014, Moritz Verlag, Frankfurt, www.moritzverlag.de
ab 2 Jahren
Neuerscheinungen: Mamas mit ihren Kindern
Die Sommerzeit ist wieder da und Ostern steht vor der Tür, da wird es Zeit für ein paar Buch-Geschenktipps für Frühling und Ostern. Den Anfang macht ein wunderschönes (Sach)Buch von Guido van Genechten (siehe auch Mit Papa allein zu Haus) für die Allerkleinsten, welches durch leicht verständliche Texte und mit diversen Strukturen gedruckte Bilder in schwarz-weiß überzeugt.
Zehn bekannte Tiermamas mit ihren Kindern werden auf dicken Pappseiten vorgestellt und erweitern den ersten kindlichen Sprachschatz: Mama Katze, Schnecke, Pinguin, Schaf, Schlange, Huhn, Spinne, Schildkröte, Pferd und Elefant. Vor den ersten Sprachversuchen helfen Tierlaute und -bewegungen, die allerdings eigenständig von dem Vorleser ergänzt werden müssen.
Ein Buch zum Watscheln, Gackern, Stampfen ...
Mamas mit ihren Kindern
von Guido van Genechten
aus dem Niederländischen von Martin Rometsch: Mama´s met kleintjes
2014, Aracari Verlag, Zürich, www.aracari.ch
ab 1 Jahr
4. März 2014
Neuerscheinungen: Der Ballon
Ein herrlich ehrliches Buch der argentinischen Künstlerin, und letztjährigen Astrid-Lindgren-Preisträgerin, ISOL (siehe auch Überraschung für Nino) ist soeben auf Deutsch erschienen. Die kleine Welt der jungen Protagonistin wird ganz abstrakt in Orange- und Blautönen gezeigt und doch kommen uns die (geheimen) Wünsche und Phantasien des Mädchens ganz bekannt und realistisch vor.
"Eines Tages ging für Emilia ein Wunsch in Erfüllung. Ihre Mama verwandelte sich in einen Ballon und hörte auf zu schreien."
Emilias Mama hatte vor Ärger so viel geschrien, bis sie sich aufblies, rot anlief und sich in einen roten Ballon verwandelte. "Mucksmäuschenstill" ist es jetzt. Nun kann Emilia den Ballon mit in den Park nehmen, ihn beschützen oder auf ihm hüpfen. Da begegnet ihr ein anderes Mädchen mit ihrer Mutter, die den Ballon in Emilias Hand bewundert, während Emilia sie um ihre Mama beneidet. Trotzdem gehen die beiden nach dem Aufeinandertreffen zufrieden nach Hause:
"Na ja ... manchmal kann man nicht alles haben."
Ein Buch zum Runterkommen.
Der Ballon
von ISOL
aus dem Spanischen von Karl Rühmann: El Globo
2014, Verlag Jungbrunnen, Wien, www.jungbrunnen.co.at
ab 3 Jahren
Neuerscheinungen: Schneller?!
An dieser Stelle möchte ich ein ganz außergewöhnliches Buch der französischen Illustratorin Marie-Laure Cruschi (alias Cruschiform) vorstellen. Gäbe es ihre unglaublich plakativen Bilder als Poster, würden diese bestimmt unzählige Kinderzimmer schmücken. Oder ist es doch eher etwas für den Geschmack der Eltern, die sich an den retroartigen Illustrationen erfreuen und in ihre Kindheit zurückversetzt fühlen? Auf jeden Fall ist es ein großer Spaß für alle!
Es geht hier um das faszinierende Thema Geschwindigkeit: " Wie schnell ist ein Seepferdchen?" oder "Wer ist schneller als wer?" und "Wer ist am schnellsten?". Das Können Vorleser und Zuhörer Dank des klaren Buchaufbaus schnell herausfinden. Auf jeder Doppelseite werden gleichschnelle Lebewesen und/oder Fahrzeuge mit der dazugehörigen Geschwindigekit dargestellt. Es beginnt bei 0,3 km/h für das Seepferdchen und die Galapagos-Schildkröte und endet bei +100 000 km/h für die Sternschnuppe. Alle die noch mehr erfahren wollen, können dann einen Blick in das Glossar im Anhang werfen, in dem die einzelnen Wesen oder Dinge und ihr eigenes Tempo genauer beschrieben werden, ähnlich zu einem Lexikoneintrag.
Ein Buch voller Bewegung.
Schneller?!
von Cruschiform (Marie-Laure Cruschi)
aus dem Französischen von Barbara Heller: A toute vitesse
2014, Fischer Sauerländer Verlag, Frankfurt, www.fischerverlage.de
ab 5 Jahren
Neuerscheinungen: Na so was?
Der Inhalt dieses Klassikers von Tomi Ungerer (siehe auch Schuh, wo bist du?), 1968 bereits auf Englisch erschienen bei Harper & Row/NY, versteckt sich bereits in dem Haarschmuck des Vogels auf dem Cover: Hier geht es um das Fragenstellen, ob mit oder ohne Sinn. Man kann streiten, ob dies die kindliche Neugierde fördert oder einfach nur witzig (und zuweilen auch hintersinnig) ist. Jedenfalls hat Ungerer wieder einmal herrliche Bilder zu Papier gebracht, in denen sich das Fragezeichen vortrefflich suchen lässt. Mit den dazugehörigen Fragen treibt er den Unsinn auf die Spitze, denn die Antworten muss jeder selber finden (oder auch nicht!).
So fragt Tomi Ungerer zu Beginn: "Warum sind Seepferdchen freitags zappelig?" - während ein Seepferdchen vor einem gefräßigen Fisch flieht. "Warum hat der Schmetterling Queen Victoria gebissen?" zeigt eine leiderfüllte Königin. Als letztes fragt er "Warum sollten Elefanten nicht mit Streichhölzern spielen?", bevor er mit der "Moral" des Buches abschließt: "Wer braucht Antworten auf blöde Fragen?"
Ein Buch zum Fragezeichensuchen.
Na so was?
von Tomi Ungerer
aus dem Englischen: Ask me a question
2014, Diogenes Verlag, Zürich, www.diogenes.ch
ab 3 Jahren
3. März 2014
Neuerscheinungen: Gilberts grausiges Getier
Gilbert allein zu Haus´ - das sorgt für allerlei Aufregung! Eines Tages geht Mama "nur schnell zur Apotheke" und Gilbert ist zum ersten Mal alleine zu Hause mit all den wilden Tieren aus seiner Phantasie. "Oje, oje." Die Autorin Saskia Hula (siehe auch Die coolste Schule der Welt) und die Illustratorin Eva Muszynski beschreiben eine an sich ungefährliche Situation, die aus Sicht eines Kindes jedoch weitaus lebensbedrohlicher wirken kann. Dank düsterer Bilder, in denen die kleinen Zuhörer die gruseligen Tiere suchen können, und emotionaler Texte wird das Buch zu einem wahren Erlebnis für Groß und Klein.
Nachdem seine Mama verschwunden ist, hat sich Gilbert im Stillsitzen versucht, um ja nicht aufzufallen, doch dann muss er aufs Klo. Es scheint dem Jungen, dass er die wilden Tiere hören kann, die auf dem Weg dorthin lauern: den knurrenden Wolf, das Zähne klappernde Krokodil, die zischende Würgeschlange ... "nur die Spinne ist totenstill." Das macht ihm am meisten Angst. So begibt er sich auf die Suche nach einem Verbündeten, der ihn beschützen soll. Doch er findet weder das Nashorn, noch den Wolf, noch das Krokodil, so dass er sich alleine aufs Klo begeben muss. Dort grübelt er noch darüber, wo sich wohl alle wilden Tiere versteckt haben, bis er nach oben an die Decke schaut und die Spinne entdeckt. Nach einem kurzen Schreckmoment starrt er zurück, kneift die Augen zusammen, hält die Luft an, beißt sich auf die Zunge und zwickt sich ins Bein, um sich zu beruhigen und mit dem kleinen Tierchen zu verbünden, bis Mama wieder da ist.
Ein Buch zum Großwerden.
Gilberts grausiges Getier
von Saskia Hula (Text) und Eva Muszynski (Bild)
2014, Gerstenberg Verlag, Hildesheim, www.gerstenberg-verlag.de
ab 4 Jahren
Neuerscheinungen: Bitte blubb blubb rette mich!
Der tollpatschige blaue Elefant von Barbara und Dirk Schmidt (siehe Kamfu mir helfen?) ist zurück und braucht wieder einmal die Hilfe der anderen Tiere. Nachdem er im ersten Band seinen "Rüffel" verbogen hat und mit Sprachproblemen kämpfen musste, stolpert er dieses Mal in einen See und geht unter, da er nicht schwimmen kann. In unnachahmlich amüsanten Bildern und gereimten Texten bringt das Mutter-Sohn Duo Schmidt Vorleser und Zuhörer zum Lautlachen - nicht nur zur Faschingszeit!
Um wieder aus dem See zu kommen, bittet der Elefant die Wassertiere, die an ihm vorbeischwimmen um Hilfe. Als erstes kommt ein gepunkteter Fisch:
"Ich bin gestolpert übern Stein
und plumpste blubb ins Wasser rein,
und nun sitz ich hier ganz dumm
blubb blubb blubb im See herum,
denn schwimmen kann ich leider nich`.
Kannst du blubb blubb retten mich?"
Doch der Schwimmunterricht bringt den Elefanten nur dazu, einen Purzelbaum zu schlagen, so dass der Frosch als nächstes an der Reihe ist. Der Sprungunterricht hilft nur kurz dabei, frische Luft zu schnappen, da sitzt der Dickhäuter wieder auf dem Grund fest. Als das Krorkodil ihn wie einen Ballon aufbläst, treibt nur der Po nach oben. Daher schlägt die Krake ihm vor, einen Pups zu lassen. Doch ohne Luft im Bauch steht der Elefant wieder auf dem Boden des Sees und wird auch noch in Oktopustinte gehüllt. Plötzlich wird er jedoch von einer Angel hochgerissen und landet glücklicherweise im überaus kleinen Fischerboot.
"Er schaukelt heftig auf dem See,
der Po tut ihm ein bisschen weh,
doch endlich aus der Not befreit
sitzt er an Bord in Sicherheit."
Doch der Angler, ebenfalls ein Nichtschwimmer, ist nun im Wasser gelandet und langsam naht das Krokodil ...
Ein Buch zum Schwimmenlernen.
Bitte blubb blubb rette mich!
von Barbara Schmidt (Text) und Dirk Schmidt (Bild)
2014, Verlag Antje Kunstmann, München, www.kunstmann.de
ab 3 Jahren
18. Februar 2014
Neuerscheinungen: Meine grüne Schüssel
Was brauchen Kinder eigentlich mehr als eine grüne Schüssel (oder ein rotes Blatt), wenn sie ihrer Phantasie freien Lauf lassen können! Mit leicht verständlichen Reimen und angenehm bunten Wachszeichnungen macht Maria Vohn den Kleinsten vor, was man sich alles aus einer grünen Schüssel bauen und erfinden kann: ein Haus, ein Segelboot oder eine Rakete ...
"Ich wohn in einer Schüssel,
grün und ziemlich groß.
Klopf dreimal laut
und dreimal leis!
Ich öffne dir,
lass dich herein
und schleck mit dir
Vanilleeis."
Nach dem geruhsamen Beginn wird es zunehmend laut und abenteuerlich, wenn Paulchen die Schüssel als Trommel nutzt oder Nina aufs Meer hinaus segelt. Hans besucht sogar die Außerirdischen auf dem Mond. Doch dann kehrt wieder Ruhe ein, wenn die Schüssel als Hut getragen wird und zum Abschluss ein blaues Veilchen darin wächst.
Ein Buch zum Ausprobieren.
Meine grüne Schüssel
von Maria Vohn
2014, Peter Hammer Verlag, Wuppertal, www.peter-hammer-verlag.de
ab 2 Jahren
Neuerscheinungen: Auf keinen Fall will ich ins All!
Die Borsten-Trilogie findet einen rasanten Abschluss im Plantschbecken von Klaus! Nadia Budde hat nach den beiden ersten Bänden, in denen es um den Umgang mit dem eigenen und fremden Aussehen geht ( Und außerdem sind Borsten schön! + Und irgendwo gibt es den Zoo) nun eine lustige Geschichte zum Thema Fernweh und Heimat geschaffen.
Die gesamte ("borstige") Verwandschaft sehnt sich in ferne Länder: Der "Pinguin" wäre gerne im Meer am Südpol, die Eule Desiree will in den Schnee, Tante Anne mit wilder Mähne und Tiger-Shirt möchte in die Savanne, Parzival zieht es an den Panamakanal ... Einige wollen sogar zum Mond oder Mars, doch nicht nur das Flugzeug und die Rakete sind fahruntüchtig sondern Papa ist auch dagegen, denn "auf dem Mond ist Wasser knapp". Doch zum Glück finden schließlich alle ihren Platz in Klaus` Plantschbecken und fühlen sich dort (pudel)wohl.
Ein Buch zum Träumen und Ankommen.
Auf keinen Fall will ich ins All!
von Nadia Budde
2014, Peter Hammer Verlag, www.peter-hammer-verlag.de
ab 3 Jahren
12. Februar 2014
Neuerscheinungen: Dunkel
Lemony Snicket (mit bürgerlichem Namen Daniel Handler), US-amerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor, hat sich mit dem preisgekrönten Illustrator Jon Klassen (siehe auch Das ist nicht mein Hut) zusammengetan, um sein erstes Bilderbuch zu veröffentlichen, welches wirklich in allen Belangen herausragend ist. Hier dreht sich alles um die Angst vor dem Dunkeln. Einband und Inhalt sind passend zu dem Thema in schwarz gehalten, diverse Lichtquellen heben die einzelnen Szenen hervor, so dass die Spannung nochmals gesteigert wird. Das Buch ist ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus.
"Leo fürchtet sich vor dem Dunkel."
Normalerweise versteckt sich das Dunkel im gesamten Haus, meist im Keller und eigentlich nie in Leos Zimmer. Eines Nachts bekommt er jedoch Besuch von dem Dunkel, das mit ihm redet und ihm etwas zeigen möchte. Mit der Unterstützung seiner Taschenlampe traut sich der Junge bis hinunter in den Keller, wo eine alte Kommode steht. In der untersten Schublade findet er lauter Ersatz-Glühbirnen, die er als Nachtlicht in seinem Zimmer verwenden kann. Seitdem wohnt das Dunkel zwar weiterhin im Haus, aber es hat Leo von seiner Angst befreit.
"... ohne das Dunkel wäre alles hell, und dann wüsstest du nie, ob du eine Glühbirne brauchst."
Ein Buch zum Angstüberwinden.
Dunkel
von Lemony Snicket (Text) und Jon Klassen (Bild)
aus dem Englischen von Thomas Bodmer: The Dark
2014, NordSüd Verlag, Zürich, www.nord-sued.com
ab 4 Jahren
8. Februar 2014
Neuerscheinungen: Das rote Blatt
"Phantasie haben, heißt nicht, sich etwas auszudenken.
Es heißt, sich aus den Dingen etwas zu machen." (Thomas Mann)
Welch ein wunderbares Bilderbuch, das auf ganz einfühlsame Weise (in Wort und Bild) zeigt, welche erstaunlichen Abenteuer ein Kind in der alltäglichen Stadt erleben kann, wenn es nur genügend Phantasie mitbringt.
Als Oskar an einem Herbsttag mit seiner Mama durch die Stadt läuft, wünscht er sich "etwas Spannenderes" zu machen. Da entdeckt er plötzlich ein "Zauber-Blatt", welches von dem Wind fortgepustet wird und folgt diesem. Als wäre es eine wilde Jagd in einem fernen Land, überquert er tiefe (Häuser)Schluchten und kämpft gegen einen heftigen (Herbst)Sturm. Beim Spielgerüstklettern erklimmt er steile Berge und schließlich schleicht er sich an einem (Fischverkäufer)Piraten und zwei wilden (steinernen) Löwen vorbei, um das ersehnte rote Blatt aus einer chinesichen Teekanne vor den Augen eines riesenhaften Restaurantgastes zu ergreifen. Glückselig sitzt er am Ende dieses ereignisreichen Tages in der Badewanne mit dem Blatt in der Hand und meint zu seiner Mama, die ihn einseift :"Das war ein sehr schöner Tag, nicht wahr?"
Ein Buch zum Träumen mit offenen Augen.
Das rote Blatt
von Judith Loske
2014, Hinstorff Verlag, Rostock, www.hinstorff.de
ab 3 Jahren
4. Februar 2014
Neuerscheinungen: Noch ein Knuffelhase
"Inzwischen konnte Trixie wirklich gut sprechen."
Trixie, die Besitzerin von Mo Willems´ Knuffelhasen (siehe auch Knuffelhase) ist im zweiten, soeben auf Deutsch erschienenen, Band kein brabbelndes Baby mehr, sondern redet ohne Punkt und Komma und geht mittlerweile in den Kindergarten. Der amerikanische Bestsellerautor bleibt dem erfolgreichen Illustrationskonzept des ersten Bandes treu: Collagen aus schwarz-weiß Fotografien und bunten comichaften Zeichnungen bestimmen das Geschehen. Erneut beweißt er sein wunderbares Einfühlungsvermögen in die Kleinkindergefühlswelt, ohne dabei die Interessen der vorlesenden Erwachsenen zu vergessen.
Als Trixie zum ersten Mal ihren geliebten Knuffelhasen mit in den Kindergarten bringt, muss sie schmerzhaft erkennen, dass dieser "gar nicht mehr so einzigartig" ist, denn Sonja besitzt ebenfalls einen. Wie zu erwarten endet dies nicht nur in einem handfesten Streit, sondern auch in einer Verwechslung der beiden Kuscheltiere. Die nächtliche Umtauschaktion voller Spannung, welche selbstverständlich von den Vätern eingefädelt wird, führt schließlich sogar dazu, dass sich die beiden Mädchen annähern und anfreunden.
Ein Buch zum Freundefinden.
Noch ein Knuffelhase
von Mo Willems
aus dem Englischen von Leena Flegler: Knuffel Bunny Too
2014, Gerstenberg Verlag, Hildesheim, www.gerstenberg-verlag.de
ab 3 Jahren
1. Februar 2014
Neuerscheinungen: Giraffenaffen - Wir sind da! + Die Schatzsuche
Hier kommt doch noch ein Nachtrag aus dem Herbst-Programm 2013, da soeben die wunderbaren Hörspiele der ersten beiden Giraffenaffen-Bücher bei mir eingetroffen sind. Einige kennen bestimmt bereits die Lieder-CDs (2012/2013, Starwatch), für die Roger Cicero das Titellied (den "Giraffenaffensong") gesungen und viele andere bekannte Popstars (und -sternchen) traditionelle und populäre Kinderlieder in neuen Arrangements aufgespielt haben. Danach wurden erst die beiden Bücher von Cally Stronk und Steffen Herzberg geschrieben und von Katja Wehner bebildert, die uns die phantastische, amüsante und abenteuerreiche "Süßsee"-Welt der gefleckten und behörnten Affen näher bringen. Der eigentliche Clou ist jedoch, dass einige der Popstars (Roger Cicero, Annett Louisann und Lena Meyer-Landrut), der Deutschrocker Heinz Rudolf Kunze und der bekannte Sprecher Stefan Kaminski für die gleichzeitig erschienenen Hörspiel-CDs engagiert wurden und eine wirklich perfekte Übersetzung der Bücher in Sprache, Ton und Musik geschafft haben.
In der ersten Geschichte "Wir sind da!" lernen wir die unterschiedlichen Charaktere und ihre Alltagswelt auf einer kleinen Insel in der "Süßsee" kennen. Die sogenannten Giraffenaffen, mit ihrem "flauschigen gelben Fell, braunen Flecken und dem langen Schwanz", schlafen kopfüber an Palmenästen, duschen in Wasserfällen und spielen, singen und tanzen leidenschaftlich. Eines Tages entdeckt der sportliche Benni ein seltsames "Dings", das er zuerst für einen "Kokoball" hält. Doch dann bemerkt die Musikerin Nicki, das es mit einem ganz eigenen "Klonkgeräusch"selber mitklopft beim Trommeln. Anschließend versuchen die anderen Inselbewohner dem "Dings" auf den Grund zu gehen, bis aus dem Ei ein "Wollspatzküken" schlüpft.
In "Die Schatzsuche" finden die Zwillinge Luca und Lea eine Flaschenpost und gehen (als blinde Passagiere) auf eine Schiffsreise auf der Suche nach dem dort erwähnten Schatz mit all den anderen Giraffenaffen. Auch in dem zweiten Band gibt es turbulente Abenteuer zu erleben und viele lautmalerische und klangstarke Wörter zu entdecken für Vorleser, Selberleser und Zuhörer.
Zwei Bücher und zwei Hörspiele zum Eintauchen in eine fremde und doch irgendwie bekannte Welt.
Giraffenaffen - Wir sind da! + Die Schatzsuche
von Cally Stronk, Steffen Herzberg (Text) und KatjaWehner (Bild)
2013, Dressler Verlag, Hamburg (Bücher), www.dressler-verlag.de und Oetinger Media (Hörspiele), Hamburg, www.oetinger-audio.de
ab 4 Jahren
28. Januar 2014
Neuerscheinungen: Fritz Frosch pupst!
"Pups! Pups! Puuuuups!"
Dieses Bilderbuch (erstmals 2003 erschienen bei minedition) von Birte Müller ist einfach ein wunderbarer Spaß für die ganze Familie. Beim Vorlesen stolpert man hin und wieder über die vielen "Pups! Pups!", was unweigerlich zu dem nächsten Lachanfall der Zuhörer führt, der manchmal in einem Schluckauf endet! Und dann ist auch noch die Moral der Geschichte: Pupsen ist gelegentlich erlaubt, denn ansonsten kriegt man Bauchschmerzen.
"Fritz Frosch muss ständig pupsen." Beim Essen, beim Spielen, im Schlaf, sogar im Teich kann sich Fritz nicht zurückhalten. Der Froscharzt kann ihm nicht helfen, der Lehrer ist verärgert über die Störung des Unterrichts und Mama Frosch ermahnt ihn: "Noch einen Pupser und du musst in deinem Zimmer bleiben und wir nehmen dich nirgendwohin mehr mit." Da verkneift sich der kleine Frosch das Pupsen, bekommt alsbald Bauchschmerzen und muss mitansehen, wie sein Bauch immer größer wird, bis er schließlich wie ein Luftballon davonfliegt. Doch Papa Frosch hat ein Einsehen, als sein Sohn entschwindet, und erlaubt ihm einfach nur fest zu pupsen. Fritz Frosch landet von der Luft in seinem Bauch befreit "wie ein leerer Luftballon" bei seiner Familie - nach der Bohnensuppe am Abend muss jemand anderes pupsen. Wer ist nun an der Reihe?!
Ein Buch zum Luftablassen.
Fritz Frosch pupst!
von Birte Müller
2014 (Kleine Bilderbuchausgabe), NordSüd Verlag, Zürich, www.nord-sued.com
ab 3 Jahren
Neuerscheinungen: Freunde
2014 wird die Raupe Nimmersatt 45 Jahre alt und ihr Autor Eric Carle (siehe auch Von Kopf bis Fuß) sogar schon 85 Jahre - wenn das nicht das perfekte Alter ist, um ein Buch zum Thema Freundschaft herauszubringen! Bereits 1971 hatte er seine erste Freundschaftsgeschichte "Die kleine Maus sucht einen Freund" (Neuauflage 2011, Gerstenberg) zu Papier gebracht, in der er in seiner typischen Manier bekannte Tiere illustriert und kurze Texte mit einem wiederholenden Motiv schreibt. Im hohen Alter wird es jedoch ernster und es geht nicht mehr um Tiere, denn Grundlage des neusten Bilderbuchs ist eine wahre Geschichte aus seiner Kindheit, als er eine gute Freundin in USA zurücklassen musste ohne jemals wieder etwas von ihr zu hören. Eric Carle verbindet Geschichte und Poesie in Bild und Text und hat ein Buch geschaffen, das zu Herzen geht.
"Es waren einmal zwei Freunde, die immer zusammen waren." Eines Tages ist der Junge plötzlich allein, weil seine Freundin weggezogen ist. Das lässt er sich jedoch nicht gefallen und macht sich auf den Weg, um sie zu finden: Er schwimmt durch einen breiten Fluss - schläft unter einem Sternenhimmel - erklimmt einen hohen Berg und rutscht ihn wieder runter - spaziert durch eine Wiese - rennt durch den Regen - träumt davon, auf einer Wolke zu treiben - rennt aus einem dichten Wald - pflückt einen großen Strauß in einem Blumengarten - und findet schließlich seine Freundin, die er dann heiratet.
Ein Buch zum Lieben.
Freunde
von Eric Carle
aus dem Englischen von Ulli und Herbert Günther: Friends
2014, Gerstenberg Verlag, Hildesheim, www.gerstenberg-verlag.de
ab 3 Jahren
27. Januar 2014
Neuerscheinungen: Zähl dich nett ins Bett
Der zweite Band von Daniela Kulots Gute-Nacht-Reime-Büchern (nach "Reim dich nett ins Bett", Januar 2013, ebenfalls Gerstenberg) ist soeben herausgekommen und überzeugt in allen Bereichen. Neben der überaus fantasievollen und gut gereimten Ins-Bett-Geh-Bildergeschichte werden die ganz kleinen Kinder an die Zahlen von 1 bis 12 herangeführt. Auf jeder Doppelseite, die jeweils einer Zahl gewidmet ist, befindet sich am linken Rand eine farbig abgehobene Leiste, in der Ziffer und Menge nochmals hervorgehoben werden.
Die kurze Gute-Nacht-Geschichte beschreibt den Weg eines Kindes vom Treppenhaus, durch das es auf einer Fledermaus fliegt, bis ins Bett, in dem ihm zwölf Schafe einen letzten Gute-Nacht-Gruß mitgeben: "Jetzt schlafe!". Der Illustratorin gelingt es die lebhafte Gedankenwelt eines Kindes vor dem Einschlafen mit den ernsthaften Erledigungen am Abend zu verbinden.
Zum Thema Abendessen: "Drei sehr vornehme Hirsche - essen mit dir eine Kirsche."
Bei der Abendgymnastik: "Sechs sehr fröhliche Wanzen - wollen mit dir tanzen."
Beim Bettaufschlagen: "Zehn langarmige Kraken - schütteln dir das Laken."
Im Abschluss-Traumbild dürfen alle Tiere dann noch einmal auftreten: "Und zählst du alle noch mal durch, schläfst du besser als der Lurch."
Ein Buch zum Tierchenzählen.
Zähl dich nett ins Bett
von Daniela Kulot
2014, Gerstenberg Verlag, www.gerstenberg-verlag.de
ab 2 Jahren
21. Januar 2014
Frohes neues Jahr 2014!
Es ist soweit: Das neue Jahr 2014 hat begonnen, alle herausragenden Herbst-Neuerscheinungen 2013 und Bildersachbücher (schlussendlich konnte ich euch 21 gelungene Beispiele aus den letzten zehn Jahren vorstellen) sind rezensiert!
Nun liegen auch schon die ersten Neuerscheinungen des Frühjahrs 2014 bereit und warten darauf, vorgelesen und angeschaut zu werden. Nur die Frühlingssonne fehlt noch! An dieser Stelle möchte ich allen Blog-Lesern und Verlagen danken für die wunderbare Zusammenarbeit im letzten Jahr. Auf ein Neues!
Viel Spaß beim Bilderbücher(wurm)lesen!
Nun liegen auch schon die ersten Neuerscheinungen des Frühjahrs 2014 bereit und warten darauf, vorgelesen und angeschaut zu werden. Nur die Frühlingssonne fehlt noch! An dieser Stelle möchte ich allen Blog-Lesern und Verlagen danken für die wunderbare Zusammenarbeit im letzten Jahr. Auf ein Neues!
Viel Spaß beim Bilderbücher(wurm)lesen!
Bildersachbuch: Tatu und Patu und ihre verrückten Berufe
"Tatu und Patu sind zwei Brüder, die sich manchmal etwas komisch benehmen. Sie wohnen in Seltsamhausen - dort macht man alles anders als bei uns."
So lauten die ersten Sätze jedes Bandes aus der "Tatu und Patu"-Reihe des finnischen Duos Sami Toivonen und Aino Havukainen, welches die ausgefallenen Comic-Geschichten in vielen Sprachen bereits herausgebracht hat. Nachdem die beiden Tüftler bereits "Maschinen" erfunden, ein "Gute-Nacht-Buch" für ihr Patenkind Satu verfasst und einen "Kindergarten" durcheinander gebracht haben (alle drei Bände ebenfalls empfehlenswert!), wenden sie sich in dem neuesten Buch einem ernsthaften Thema zu: Was ist eigentlich Arbeit? Gekonnt wird hier neben den vortrefflich illustrierten Späßen der Brüder ein Einblick in die Berufswelt gegeben.
Nach einem Blick auf die Info-Tafel im Arbeitsamt machen sich Tatu und Patu auf den Weg, um diverse (klassische und bei Kindern beliebte und bekannte) Berufe auszuprobieren. Mit dabei sind: der Bäcker, der Friseur, der Journalist, die Krankenschwester, der Metalltechniker, die Sekretärin, der Bauer, die Reinigungskraft, der Zimmermann, der Lehrer, der Musiker und zu guter Letzt der Feuerwehrmann. Neben der kindgerechten Vermittlung von Informationen über den jeweiligen Beruf versuchen sie selbstverständlich, ihre eigenen Erfindungen einzubringen, was zu sehr witzigen Situationen führt. Zum Abschluss des Buches befinden Tatu und Patu in ihrem Sandkasten, dass die Arbeit eines Kindes einfach darin besteht zu arbeiten.
Ein Buch zum Mitarbeiten.
Tatu und Patu und ihre verrückten Berufe
von Sami Toivonen (Text) und Aino
Havukainen (Bild)
aus dem Finnischen von Elina Kritzokat:
Tatu ja Patu tjön touhassa
2013, Thienemann Verlag, Stuttgart, www.thienemann.de
ab
5 Jahren
Bildersachbuch: Großstadttiere
(Auf)gesammelt von Nadia Budde
Dies ist wahrlich Nadia Buddes Meisterwerk! Auf 140 Seiten widmet sie sich den Tieren, denen wir in den Großstädten dieser Welt begegnen könnten: Affen und Alligatoren, aber auch Eichhörnchen und Regenwürmern. Wie bereits in ihrer Borsten-Trilogie (siehe Und außerdem sind Borsten schön! und Und irgendwo gibt es den Zoo, der dritte Band erscheint im Februar 2014) erprobt, bekommen die Großstadttiere ganz eigene, den Menschen ähnliche, Charaktere zugeteilt. Ihre witzigen Einfälle bringen Vorleser und Zuhörer unweigerlich zum Lachen, so dass es nicht ganz einfach ist, den Wahrheitsgehalt dieses wunderbaren Bilderbuchs zu bestimmen!
Die Tiere befinden sich auf der Landflucht in die Großstädte dieser Welt: Tokio, Paris, Hamburg ... "hinein in die Großstadtparks, auf die ungedüngten Grünanlagen und ran an die Mülltonnen." Dort plündern die Waschbären jedoch nicht nur Mülltonnen sondern auch Altkleidercontainer, um etwas Schönes zum Anziehen zu finden oder die (diebische) Elster schmückt sich in Ermangelung von herumliegendem Schmuck mit einem Tomatendosen-Hut oder einer Kronkorken-Kette "und liegt damit voll im Trend". Schlussendlich machen die "Großstadtmenschen" Platz und fliehen aufs Land, um ihre Füße "auf ein Stück echtes Gras zu stellen."
Ein Buch zum Gemeinsamlachen.
Großstadttiere
von Nadia Budde
2013, Verlagshaus Jacoby & Stuart, www.jacobystuart.de
ab
5 Jahren
20. Januar 2014
Bildersachbuch: Das mutige Buch
"Jeder hat manchmal Angst."
So beginnt "Das mutige Buch" von Moni Port (siehe auch Das kenn ich schon!), einer Grafikerin aus dem Frankfurter "Labor". Sie schafft damit eine gemeinsame Basis für alle Zuhörer, Vorleser und Selberleser. Es ist eine bunte Sammlung von diversen Alltagssituationen, in denen wir Angst empfinden, und Dingen, vor denen wir Angst haben. Mit kurzen, grafisch passend gesetzten Texten, Illustrationen und Fotos zeigt sie, dass Angsthaben ganz normal ist, aber dass es sich lohnt, an seinem eigenen Mut zu arbeiten.
"Mutig zu werden braucht seine Zeit. Manchmal geht es schnell, manchmal dauert es etwas länger."
Ein Buch zum Mutmachen.
Das mutige Buch
von Moni Port
2013,
Klett Kinderbuch Verlag, Leipzig, www.klett-kinderbuch.de
ab 5 Jahren
Extra: Zwei, die sich lieben
Wieder einmal kommt hier ein Buchtipp/Geschenktipp für Erwachsene: Der Künstler Wolf Erlbruch (siehe auch Die große Frage und Vom kleinen Maulwurf... ) und der Autor Jürg Schubiger (siehe auch Das Kind im Mond) haben ein wunderbares Buch über die Liebe geschaffen. Vornehmlich geht es hier um das Küssen, doch auch andere Themen werden in den Tier-Illustrationen (die aus diversen Kinderzimmerkalendern stammen) und den dazu gehörigen Gedichten (die am besten vorgelesen werden) aufs Papier gebracht. Ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus:
"Kunst des Küssens" (mit einem Bild von einer Schnecke und einer Feldmaus)
"Zwei, die sich liebten, wollten sich küssen,
doch sie wussten nicht, wie man das macht.
So blieb es denn lange beim freundlichen Grüßen.
Als die Münder sich fanden, was wurde gelacht:
So einfach hatten sie sich´s nicht gedacht."
Ein Buch zum Küssen.
Zwei, die sich lieben
von Jürg Schubiger (Text) und Wolf Erlbruch (Bild)
2012, Peter Hammer Verlag, Wuppertal, www.peter-hammer-verlag.de
Bildersachbuch: Ist 7 viel?
"44 Fragen für viele Antworten"
Dies ist ein Buch, das keine Antworten gibt, sondern 44 Fragen aufwirft, die häufig gestellt werden, von Kindern oder auch Erwachsenen. Keine der Fragen kann eindeutig beantwortet werden, so dass Antje Damm (siehe auch Clara und Bruno und Regenwurmtage) mit diesem Buch zum Philosophieren und Diskutieren auffordern möchte. Während die Kinder sich Gedanken machen über die Welt, die sie umgibt, sollen die Eltern/Erwachsenen sich Zeit nehmen für diese Gespräche. Pro Frage gibt es eine Doppelseite, auf der sich Fotos oder Illustrationen befinden, die in Beziehung zueinander stehen.
"Ist 7 viel?" - zeigt den Unterschied zwischen 7 Kugeln Eis und 7 Duplo-Steinen oder "Wie ist das, wenn man tot ist?" - als Mensch in einer arrangierten Umgebung und als Tier auf bloßen Steinen.
Ein Buch zum Reden.
Ist 7 viel?
von Antje Damm
2003, Moritz Verlag, Frankfurt, www.moritzverlag.de
ab
5 Jahren
19. Januar 2014
Bildersachbuch: Alles Familie! + Alles lecker!
Die Untertitel der beiden Bildersachbücher der Autorin Alexandra Maxeiner und der Illustratorin Anke Kuhl (siehe auch: Alle Kinder, Es war einmal ein Mann und Lola rast) verraten bereits die Verbindung von Witz und Informationsgehalt:
"Alles Familie! Vom Kind der neuen Freundin vom Bruder von Papas früherer Frau und anderen Verwandten"
und
"Alles lecker! Von Lieblingsspeisen, Ekelessen, Kuchendüften, Erbsenpupsen, Pausenbroten und
anderen Köstlichkeiten"
"Alles Familie!" begibt sich auf den komplizierten Weg, die heutigen Patchwork-Familien, komplexen Verwandtschaftsverhältnisse und Multikulti-Alltagsgeschichten für Kinder begreifbar zu machen. Dank der wunderbar direkten Bilder und der lustigen Kurztexte gelingt dies auf eine fabelhafte Art und Weise. So werden die Kinder bald nicht mehr nur Vater-Mutter-Kind spielen, sondern vielleicht Vater-Stiefmutter-Halbschwester-Bruder oder ähnliches ...
In dem Nachfolgeband "Alles lecker!" bleiben die Macherinnen bei ihrem erprobten Format. Besonders Stadt-Kinder, die volle Supermarktregale kennen und an lila Kühe glauben, werden Augen machen, woher die Lebensmittel auf ihrem Teller eigentlich kommen oder was ihre Altersgenossen in anderen Ländern gerne essen. Dieses Buch macht Lust auf Genuss und fördert das bewusste Essen. Guten Appetit!
Zwei Bücher zum Lachen und Lernen.
Alles Familie!
von Alexandra Maxeiner (Text) und Anke Kuhl (Bild)
2010, Klett Kinderbuch Verlag, Leipzig, www.klett-kinderbuch.de
ab 5 Jahren
Alles lecker!
von Alexandra Maxeiner (Text), Anke Kuhl (Bild)
von Alexandra Maxeiner (Text), Anke Kuhl (Bild)
2012, Klett Kinderbuch Verlag, Leipzig, www.klett-kinderbuch.de
ab 5
Jahren
13. Januar 2014
Bildersachbuch: Achtung, fertig, Baustelle!
"Eine Baustelle ist eine spannende Sache. Dort gibt es Bagger, Kräne und große Laster, und jede Menge Handwerker sind eifrig bei der Arbeit."
Endlich gibt es ein fundiertes Baustellen/Architektur-Buch, das nicht nur bunte Bildchen zeigt, sondern anhand informativer Texte und hervorragend erläuterter Zeichnungen und Fotos beschreibt, wie ein Haus geplant und gebaut wird.
Tim, der Sohn der Bauherren, führt aus der Sicht eines Schulkindes durch die verschiedenen chronologisch geordneten Kapitel des Bilderbuchs. Auf jeder Doppelseite gibt es einen längeren Text, ein großformatiges Bild der Baustelle bzw. des Wohnhauses und unter einer Klappe finden sich detailreiche Informationen zu dem aktuellen Baugeschehen. Es geht los mit "Eine Baustelle in Sicht" und führt von "Der Abbruch" bis zu "Einzug".
Der zweite Band der Reihe ist etwas spezieller und heißt "Achtung, Baustelle, Bauernhof!". Er beschreibt den Umbau eines Bauernhofs zu einem Ferienhof für Familien (2012, Gerstenberg, Hildesheim).
Ein Buch zum Häuser Entwerfen und Bauen.
Achtung, fertig, Baustelle!
von Rolf Toyka und Heike Ossenkop(Text), Ferenc B. Regös und Heike Ossenkop (Bild)
2009, Gerstenberg Verlag, Hildesheim, www. gerstenberg-verlag.de
ab 5 Jahren
17. Dezember 2013
Neuerscheinungen: Billy bei den Indianern
Der Hamster Billy ist wieder da (siehe auch http://bilderbuecherwurm.blogspot.de/2013/05/25-pfoten-hoch.html) und diesmal möchte er gerne die Indianer treffen, die hinter den Bergen wohnen. Catharina Valckx ist erneut eine wunderbar witzige Geschichte über Feind und Freund gelungen, bei der man sich hinterher fragt, was wahr ist oder erfunden wurde.
"Da hat ein Cowboy-Hamster nichst zu suchen", versucht ihn sein Vater noch von dem nächsten Abenteuer abzuhalten (in den ersten beiden Bänden hatte er den Umgang mit einer Waffe und das Fangen eines Büffels erprobt) - doch zu spät! Mit seinem Freund Hans-Peter, dem Regenwurm, auf dem Hut macht er sich auf den beschwerlichen Weg. Völlig erschöpft landen sie bei der Bergziege Melitta, welche die beiden kurzerhand auf die Schultern nimmt für das letzte Stück Weg (Ziege - Hamster - Regenwurm mit Wasserflasche am Schwanz sind ein tolles Bild, fast wie die Bremer Stadtmusikanten). Nachdem sie mit Melittas Hilfe drei Rauchzeichen-Wölkchen steigen lassen, werden sie plötzlich von dem Indianer-Kojoten Stiller Spatz angegriffen. Anstatt "Kommt her, wir sind Freunde" hatte Melitta einen Hilferuf in die Luft geschickt. Der Pfeil bleibt nur in Billys Hut stecken, doch Hans-Peter fällt vor lauter Schreck in Ohnmacht. Als Entschuldigung bekommt er von dem Indianer eine Adlerfeder geschenkt und erhält den Namen Wildes Pferd. Schließlich machen sich der Hamster und der Regenwurm auf den Heimweg, während der Kojote der Ziege noch Rauchzeichen beibringt. Billys Vater kann den beiden Heimkömmlingen die Indianergeschichte kaum glauben , bis sie beim Verzehren ihrer gerösteten Haselnüsse ein Rauchzeichen in Form eines Pferdes am Horizont hinter den Bergen entdecken.
Ein Buch zum Schmunzeln.
Billy bei den Indianern
von Catharina Valckx
aus dem Französischen von Julia Süßbrich: Cheval fou
2013, Moritz Verlag, Frankfurt, www.moritzverlag.de
ab 3 Jahren
13. Dezember 2013
Neuerscheinungen: Kleiner Vogel, wo bist du?
Ausnahmsweise möchte ich heute erneut ein Buch für die Allerkleinsten vorstellen, da es so außergewöhnlich ist in dem lieblichen Einerlei der wohlbekanten Klapp-Bilderbücher. Die französischen Gestalter Cedric Ramadier und Vincent Bourgeau haben ein knallbuntes Kunstbuch für Ein- bis Zweijährige geschaffen, in dem spielerisch Wörter und Präpositionen eingeführt werden.
Der kleine Vogel des Mädchens, auf der Rückseite des Buches, ist aus dem Käfig verschwunden. "Wo bist du nur?" lautet die Frage zu Beginn jeder Doppelseite. Das Kind kann sich nun beim Zuhören auf die Suche machen und jeweils zwei übereinander liegende Klappen anheben, um das Vögelchen zu finden. Zu Beginn schlüpft ein Küken aus dem Ei unter dem Huhn. Unter den Pilzen unter dem Herbstlaub sitzt eine Ameise. Ein Käfer hat es sich unter dem Kot unter dem Igel bequem gemacht. Unter der Tasse unter dem Tisch finden sich nur Brotkrümel. Eine Banane liegt unter dem Plüschaffen in der Spielzeugkiste. Dann endlich ist es geschafft: Der kleine Vogel schlummert auf den Kleidern in der Schublade der Kommode.
Ein Buch zum aktiven Suchen und Finden.
Kleiner Vogel, wo bist du?
von Ramadier (Text) & Bourgeau (Bild)
aus dem Französischen: Mais il est ou?
2013, Aracari Verlag, Zürich, www.aracari.ch
ab 1 Jahr
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